Joachim Staudigl GmbH
     Orthopädieschuhmacher
    A-1050 Wien, Margaretengürtel 80
    Tel. 01/545 28 29, Fax 01/545 20 36
    Mo – Mi 8:30 bis 17:00 und Do 8:30 bis 16:00
    Freitag und Samstag geschlossen



S E R V I C E - S E I T E   F Ü R   M E D I Z I N E R

 

Hier erhalten Sie ausführlichere Informationen zu Ihrer Verordung und können sich informieren, was Ihre Diagnose bedeutet.
Einen Abschnitt haben wir auch Hinweisen für Diabetiker gewidmet.

Versorgungsmöglichkeiten durch den Orthopädieschuhmacher.

  • die Anfertigung von Einlagen nach Modell
  • den fixen Einbau von Einlagen nach Maß oder nach Modell in geeignete Konfektionsschuhe
  • die orthopädische Schuhzurichtung von Konfektionsschuhen
  • die Anfertigung von orthopädischen Maßschuhen
  • die Abgabe und Anpassung von sonstigen Heilbehelfen und Hilfsmitteln, die der Orthopädischen Fuß- und Beinversorgung dienen
  • Druckmessung (mit Trittspur oder elektronisch) und Ganganalys
  • die Beratung über die Verwendung geeigneter Konfektionsschuhe.

Beibringung von Konfektionsschuhen

Konfektionsschuhe sind als Bekleidung zu werten und stellen keine Leistung der Krankenversicherung dar. Für die Aufnahme der losen Einlagen oder eine orthopädische Schuhzurichtung sind vom Patienten geeignete Konfektionsschuhe beizubringen.

Die Konfektionsschuhe müssen folgende Anforderungen erfüllen:

Sie müssen neu oder neuwertig sein
über ein stabiles Gelenk und über
eine stabile Hinterkappe bzw. eine gleichwertige Stabilität verfügen
.

  • Das Obermaterial muss aus Leder bestehen,
  • gefüttert sein,
  • die Sohle aus Leder, Gummi oder Kunststoff.
  • Die Absatzhöhe muss der jeweiligen Versorgung angepasst bzw. anpassbar sein.
  • Sie müssen ausreichend Raum für Zehen haben.
  • der Fersenraum muss dem Versorgungsziel entsprechen.

Die orthopädische Schuhzurichtung von Konfektionsschuhen, die nicht alle vorstehenden Kriterien erfüllen, ist nur dann zulässig, wenn dies in Hinblick auf einen definierten Einsatzbereich bzw. ein definiertes Einsatzziel begründet und technisch möglich ist

Einlagen können stützen, korrigieren und betten. Ein völlige Trennung dieser drei Funktionen ist nie möglich, da sie ineinander übergehen. Die Korrektur von Fehlern am Konfektionsschuh ist nicht die Aufgabe der Einlage. Bei korrigierenden Einlagen ist die Fläche, die für die Druckverteilung zur Verfügung steht, von Bedeutung. Ist die Fläche zu klein, wird durch den hohen Druck die Korrektur nicht getragen. Üblicherweise ist die maximale Korrektur beim Erwachsenen jene zwischen der Form des Fußes im unbelasteten und belasteten Zustand. Eine darüber hinausgehende Formkorrektur setzt einen beweglichen Fuß beim jugendlichen Patienten voraus.

Die standardisierte Form der Brandsohlen und seine Längenmessung der Füße lässt bei der entsprechenden Auswahl von vorgefertigten Rohlingen eine ausreichende Passgenauigkeit der Einlagen erzielen, es lassen sich auch geringe individuelle Anpassungen und Korrekturen durchführen. Damit ist der therapeutische Effekt von derartigen Serieneinlagen für einfache Versorgungen ausreichend.

Einlagen nach Maß

Zur Anfertigung von Maß-Einlagen muss der Orthopädieschuhmacher zumindest eine Trittspurzeichnung mit Umrisszeichnung anfertigen, um damit Größe und Breite genau festlegen zu können und etwaige Entlastungen an der Einlage zu positionieren. Zur Korrektur der Wölbung ist zusätzlich ein Abdruck beider Füße mit Schaumstoff notwendig.

Einlagen nach Modell

Bei Formfehlern oder schwer korrigierbaren Fehlformen bedarf es neben der Anfertigung einer Trittspurzeichnung zusätzlich der Herstellung eines Modellverbandes, um die individuelle Fertigung dem therapeutischen Zweck entsprechend sicherzustellen. Ein Modellverband ist ein über den Fuß in Korrektur angelegter Verband aus abbindendem, formstabilem Material (dzt. Gips), der die gewünschte Form für ein Modell sicherstellt. Da der fertige Verband keine Information über den ausgeübten Korrekturdruck ablesen lässt, sollten für eine optimale, aber verträgliche Korrektur Modellverband und Modell von derselben Person angefertigt werden. Die Modellabnahme mit Schaum entspricht keinem Modellverband, weil das Maß der Korrektur nicht ausreichend beurteilbar ist. Unter Modell versteht man einen nach dem oder vom Modellverband gewonnenen Formkörper, der als Grundlage für die Fertigung einer Einlage dient. Nötigenfalls ist somit ein Positivmodell anzufertigen.
Die individuelle Form ist so zu wählen, dass eine Zunahme der Fehlstellung bei Belastungen objektiv verhindert wird. Durch die Verwendung des Tragenden Materials auch in der Ferse ist die Form so weit festgelegt, dass die Einlage nur bei entsprechender Absatzhöhe wirken kann.

Orthopädische Zurichtung von Konfektionsschuhen

Die orthopädische Schuhzurichtung ist die Erweiterung bzw. die Ergänzung von Konfektionsschuhen um Elemente, die eine Funktionsverbesserung für sich allein oder in Verbindung mit Einlagen bringen. Änderungen können im Sohlenbereich, am Absatz, im Schaftbereich oder im Innenraum wirken.

Einbau von Kopieeinlagen in den Konfektionsschuh

Grundsätzlich ist eine Versorgung mit losen Einlagen anzustreben. Der fixe Einbau von Kopieeinlagen ist erforderlich, wenn wegen der Fußform, der spezifischen Funktionsstörung oder eines speziellen Einsatzbereiches die Unterbringung von losen Einlagen im Konfektionsschuh nicht möglich oder therapeutisch nicht Sinnhaft ist.

Die Anfertigung von orthopädischen Maßschuhen ist indiziert, wenn mit den vorbeschriebenen Maßnahmen einer Einlagenversorgung oder der orthopädischen Zurichtung von Konfektionsschuhen das Versorgungsziel nicht oder nur unzulänglich erreicht werden kann. Das ist dann der Fall, wenn auf Grund von Fußfehlformen auf dem einschlägigen Markt kein passender Konfektionsschuh zur Verfügung steht oder dieser keine ausreichende Stabilität bietet bzw. Stütz- und/oder Bettungselemente zur Versorgung notwendig sind, die in den Konfektionsschuh nicht eingebaut werden können.
Orthopädische Maßschuhe werden über einen für den jeweiligen Fuß individuell nach Gipsmodell angefertigten Leisten gearbeitet. Die orthopädische Ausgestaltung ergibt sich aus der gewünschten Korrektur bzw. Stützung oder Bettung und den sonstigen ärztlich verordneten Therapiezielen.

Der Innenschuh enthält alle orthopädischen Elemente und Funktionen, die ansonsten in den orthopädischen Maßschuh einzuarbeiten sind.
Sie sind sinnvoll einzusetzen:

  • bei mittel- bis hochgradigen Beinverkürzungen,
  • bei Vorfußverlust, Mittelfuß- oder Pirogoff-Stumpf,
  • bei Lähmungen,
  • bei hochgradigen Fußdeformitäten,
  • nach Fußwurzelfrakturen,
  • bei hochgradiger schmerzhafter Bewegungseinschränkung im Sprunggelenk.

Bei der Erstanfertigung ist eine Koordinierung zwischen dem verschreibenden Arzt und dem Orthopädieschuhmacher zu empfehlen.
Orthesen sind nach Möglichkeit so anzufertigen, dass sie in - allenfalls durch orthopädische Zurichtung adaptierten - Konfektionsschuhen getragen werden können. Kann dieses Ziel nicht erreicht werden, bieten konfektionierte Orthesenschuhe eine Alternative, bevor man die Anfertigung von orthopädischen Maßschuhen in Erwägung zieht.
Orthesenschuhe sind industriell gefertigte Spezialschuhe mit ausreichendem Raum zur Aufnahme von Innenschuhen, orthopädischen Apparaten oder Schienenversorgungen. Erforderlichenfalls sind sie an Stellen, die durch Bestandteile der Grundversorgung einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind, entsprechend zu verstärken.

Therapieschuhe

Therapieschuhe sind industriell gefertigte Spezialschuhe mit definierten, vorgegebenen Korrektur- und Stützelementen, die dem individuellen Versorgungsziel anzupassen sind. Die Therapieschuhe müssen somit im konkreten Einzelfall zur Behandlung eines manifesten Krankheitsbildes eingesetzt werden. Konfektionsschuhe mit einer lediglich allgemeinen Empfehlung zur prophylaktischen Verwendung bei bestimmten Gesundheitsstörungen, wie beispielsweise "Diabetikerschuhe" oder "Rheumatikerschuhe" sind keine Therapieschuhe im engeren Sinn; sie sind somit, wenn sie eine orthopädische Schuhzurichtung erfahren, vom Patienten beizubringen.
Therapieschuhe sind :

  • Sprunggelenksstabilisierungschuhe mit eingearbeiteten, herausnehmbaren und individuell anpassbaren Schaftversteifungselementen;
  • Korrekturschuhe zur Klump- und Sichelfußbehandlung bzw. Nachbehandlung;
  • Verbandschuhe mit erweitertem Innenraum und individuell regulierbaren Verschlüssen nach Operationen oder bei Fußdefekten;
  • Vorfuß- oder Rückenfußentlastungsschuhe zur Mobilisation nach Operationen oder bei schweren Vorfuß- oder Fersendefekten.

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